Unterwegs auf der Erde | Caminando la tierra

Status: Hola desde Intag, Ecuador…

Pisaq ist ein unglaubliches Zeugnis von der Größe der andinen Kultur, von deren Wissen um die natürlichen Zusammenhänge und davon wie sich der Mensch einfügen kann ohne ein schädlicher Fremdkörper zu sein. Die Ruinen und gut erhaltenen Anbauterrassen am Berg auf der nördlichen Seite des Tals ziehen daher heute viele Besucher an.

Doch was davon (zum Glück) die wenigsten wissen, ist dass sich der wahre Schatz und die wahre Erinnerung an ein naturverbundenes Leben erst weitere 500 Höhenmeter weiter oben am Berg beginnt…  Oso und Alan, zwei reisende Seelen aus Argentinien, sind dem Pfad oberhalb der Ruinen gefolgt und fasziniert hängen geblieben. Als ich die zwei vor dem ihnen geliehenen Lehmhaus interviewe sind sie bereits seit drei Monaten in der kleinen Gemeinde namens Viacha und nahezu Teil von ihr. Sie kamen um zu lernen, zu leben, im Einklang mit der Natur zu sein und zu Erfahren, was es bedeutet, natürlich eine Gemeinschaft zu formen.  Ihre offenen Herzen und ihre Arbeitsbereitschaft ermöglichte ihnen einen ganz besonderen Zugang zu einer Kultur, die sich bis heute stark von der kapitalistischen Gesellschaft abhebt und die sie mit Freundschaften und Fülle empfing.

Ich habe versucht kurz einen zweifelsohne besonderen Moment aus ihrer bereits drei Jahre währenden Reise einzufangen. Einer Reise, deren Absicht der meinen sehr ähnelt. Einer Reise, deren Absicht vielen Menschen sehr ähnelt…

Auch in diesem Falle leider erstmal nur im OT auf Spanisch…!

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Pisaq  es un testimonio increible de la grandeza de la cultura andina, de su conocimiento de alas interrelaciones naturales y del como el ser humano se puede integrar sin representar un cuerpo extraño. Por eso es que las ruinas y terrazas en la montaña al lado norteño del valle se convertieron en un imagn de visitantes.

Lo que (por suerte) solo unos pocos de ellos adivinan es que el tesoro verdadero y el recuerdo verdadero de una vida en armonía con la naturaleza recién empieza unos 500 Metros de altura más arriba en la montaña… Oso y Alan, dos almas viajeros de Argentina, siguieron el sendero por encima de las ruinas y fascinados quedaron colgados por ahi. Cuando yo les hago la entrevista enfrente de la casa de adobe, que se les prestaron, han estado ya unos tres meses en la pequeña comunidad llamada Viacha y casi forman parte de ella. Llegaron a aprender, vivir, a ser alineados con la naturaleza y a experimentar lo que significa formar una comunidad de manera natural. Sus corazones abiertos y su disposición a trabajar les dieron la oportunidad de conocer a una cultura, que hasta hoy se destaca de la sociedad capitalista y que los recibió con amistades y abundancia.

Intenté de retratar un momento sin dudas excepcional de su viaje que ya lleva tres años. Un viaje, cuyo objetivo se parece mucho con el del mio. Un viaje cuyo objetivo se parece con el de muchas personas…

Verspätete Webpremiere | Estreno demorado en el web

Malte und CristianFast hätte ich es irgendwie vor lauter neuen Eindrücken verplant.  Ich bitte alle, die lange darauf gewartet haben, um Verzeihung. Es ist nicht immer leicht dem Bloggen nachzukommen, wenn ein Ereignis das andere jagt und ein Ort den anderen ablöst.

Dennoch: Vor etwa zweieinhalb Monaten verbrachte ich eine recht lange Zeit in einem ruhigen Tal in Chile. Dort war ich über mehrere Ecken auf Christian gestoßen, einen Kerl in meinem Alter, der erst vor kurzem wieder in das Haus seines Vaters gezogen war. Es war eine Vorsehung, dass wir aufeinander trafen. Die Nase voll vom Stadtleben hatte mein Kumpel seinem Filmstudium in der Szenestadt Valparaíso den Rücken zugewandt und war in die alte Hacienda zwischen Weinstöcken und Avocadobäumen zurückgekehrt. Er fühlte, dass es Zeit war, das Leben anzupacken und außerdem etwas für seine Heimatregion zu tun. Mit lauter Ideen und Experimentierfreude wollte er sein Leben nicht in die Abwanderungswelle einreihen, die dem Tal wiederfährt. Die gemeinsame Begeisterung für das Medium Film schweißte uns schnell zusammen. So zeigte er mir in Vergessenheit verblassende Malereien der hiesigen durch Siedler verdrängten Ureinwohner sowie die tollsten Ecken am Fluss, wo er sich künftig einen Natur-Campingplatz vorstellte. Nach seiner Zeit außerhalb konnte er die Umgebung seiner Kindheit plötzlich neu wertschätzen. Die gemütlichen Leute, die schönen Lehmhäuser, angenehm trockenwarmes Klima, Bergpanorama, Wein und Ziegenkäse. Und so berichtete er mir von einem Projekt, das er seit langem plante, mangels Equipment und Crew aber nicht umsetzen konnte: Eine Hommage an die bis heute existierenden, sich aber am Aussterben befindenenden Traditionen und Handwerke seines Tals. Zumindest eine Aufzeichnung, Wertschätzung dieser einmaligen kulturellen Praktiken.

Kurzum ließ ich mich darauf ein, mit ihm zusammen dieses Projekt anzugehen. Acht Tage lang arbeiteten wir also intensiv, besuchten Menschen in verschiedenen Winkeln des Tals, begleiteten sie zu Pferd oder auf dem Traktor, ließen uns zum Grillen einladen und editierten schließlich drei Tage und zwei Nächte ohne Unterbrechung. Und nach weiteren Korrekturen ist das Ergebnis des Ganzen auch endlich online, damit es den Protagonist*innen, Unterstützer*innen und dem Tal ihren Tribut zolle. ABER: Leider habe ich es noch nicht geschafft den Streifen mit Untertiteln zu versehen, sodass er bis jetzt nur im OT auf Spanisch verfügbar ist. Geduld, die Übersetzung kommt bestimmt…

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Por tantas impresiones del viaje casi me hubiera olvidado. Les pido disculpas a todxs que lo esperaron. No siempre es fácil alcanzar con el Blog cuando seguidamente cambias de lugar a lugar, de experiencia a experiencia.

Aún: Hace unos. dos meses y medio me quedé un rato considerable en un valle tranquilo de Chile. Allá por varios encuentros choqué con Cristian, un pibe de mi eded, que hace poquito había vuelto a la casa de su padre. Era destino que nos encontramos. Después de sentirse saturado de la vida en la ciudad, mi amigo dejó su carrera de cine en la ciudad de moda Valparaíso y volvió a la vieja hacienda entre parrales y árboles de palta. Sintió que había llegado el momento de meterse a la vida real y además contribuir a su región de origen. Con muchas ideas y ganas de experimentar decidió no alinearse con la ola de migración que sufre su valle. Unidos por compartir el mismo entusiasmo acerca del medio del imágen movida, recorrimos. Me mostró los dibujos que se borran en olvido y que fueron hechos por los pueblos nativos hace rato echados del valle por los pobladores. También me indicó los lugares más hermosos del río dónde él proyecciona un camping natural.  Después de haber pasado tiempo afuera, de repente obtuvo la oportunidad de valorizar el ambiente de su infancia de nueva manera. La gente relajada, las bonitas casas de barro, el tiempo agradablemente caloroso, panorama de montaña, vino y queso de cabra. Y así fue que me contó Cristian de un proyecto que se imagína hace mucho, pero que debido a la ausencia de equipo y compañeros no ha podido realizar: un rescate de las tradiciones y los oficios de su valle, que hasta hoy existen pero que tambien se encuentran en peligro de extinción. Por lo menos documentar, honrar a estas prácticas únicas culturales.

Sin mucho pensar, me comprometi a intentar este proyecto con él. Ocho días trabajamos intensamente, visitamos a gente de los diferentes rincónes del valle, los acompañamos a caballo o arriba del tractor, aceptamos invitaciones a un asado y al final editamos tres días y dos noches sin parar. Ahora, después de unas correcciones más por fin el resultado se encuentra accesible en el web. Para que devuelva y honre a todxs lxs protagonistas, aquellxs que nos apoyaron y al valle. Acá está.

 

Tür zum Leben | Puerta a la vida

Status: Hola desde Lima, Peru….

Huerta Circular en Kausay Punku

Arcadio präsentiert seine Samenbank | Arcadio presenta su banco de semillas

Vor etwa einer Woche kam es zu einem Wiedersehen mit der Crew der Huerta Circular! Während meiner Reise, die mich also mittlerweile ins „Heilige Tal der Inka“ nach Peru getragen hatte, waren auch Gastón und Carmen aufgebrochen auf eine mehrwöchige Inspirations- und Samentauschreise durch die landwirtschaftlichen Praktiken des Landes.   °   So führten uns unsere jeweiligen Fahrten nicht nur an den gleichen Ort sondern auch zu thematisch ähnlichen Projekten. Und plötzlich saßen wir dann eines morgens, natürlich abgesprochenerweise, in einem Kleinbus in Pisaq und machten uns auf zu einem vielversprechenden Projekt eine gute Viertelstunde bergwärts. Die zwei berichteten davon,wie ihre Erfahrungen sie in ihrer eigenen Mission, ein an die Gesellschaft angebundenes landwirtschaftliches Vorbildprojekt zu formen, bestärkt hatte. Auch ich konnte nach über zwei Monaten seitdem ich die Huerta verlassen hatte, von vielen neuen Erfahrungen sprechen.   °   So kam es, dass wir fast den Schriftzug an dem ansprechenden Lehmhaus am Straßenrand verpassten. Kausay Punku – „Die Tür zum Leben“ auf Quechua. Kurzerhand hielten wir also den Fahrer an uns hier rauszuwerfen und stiegen heraus in ein herrliches Bergpanorama. Am Rande der Siedlung Masca hatte die Familie Ccapa auf ihrem Land ein ganzheitliches Projekt errichtet, das sich den Ansätzen nachhaltiger Entwicklung nach Vorbild der andinen Kultur widmet. Dass gerade im hiesigen Tal noch viel Wissen und viele Gewohnheiten eines enkeltauglichen Lebens aus präkolumbinen Zeiten überdauerten war uns allen aus vorigen Erfahrungen klar gewesen. Dennoch haben über 500 Jahre koloniale Strukturen diese Schätze „nachhaltig“ zu etwas von gestern, etwas zurückgebliebenem deklassiert. „Die Menschen schämen sich, Nachnamen einer indigenen Sprache zu tragen oder zu sagen, dass sie vom Land und nicht aus der Stadt kommen“, hatte mir Walter, ein sehr reflektierter peruanischer Landwirtschaftsexperte bei einem Treffen in Cusco berichtet. Daher waren es meistens Ausländer, die sich der Wiederentdeckung des indigenen Wissens widmeten. Hier im Kausay fanden wir aber ein wunderbares Konzept einer Wiederinwertsetzung durch Einheimische, dass den Versuch unternahm dieses mit modernen Ansätzen wie der Arbeit mit Freiwilligen und Ideen der Permakultur zu verbinden.   °   Uns empfing Arcadio, der uns nach kurzem Plausch eine umfassende Führung durch den zentralen Teil des Komplexes gab. Von der Samenlagerstätte über den holzbefeuerten Destillator für ätherische Öle, ging es vorbei am gemütlich Mais kauenden Lama und entlang einer speziellen Ackerfläche zu den Unterkünften für die Freiwilligen sowie schließlich zur spirituellen Multifunktionspyramide für Schwitzhüttenrituale oder einfach einen Ort des sich Verbindens mit der Pachamama. Alle Gebäude waren aus Naturmaterialien der Umgebung und mit viel Kreativität errichtet worden. Während der Runde kamen wir auch ins Gespräch darüber, was der Hintergrund und das Ziel des Projektes waren. Vor allem aber, warum gerade hier eine heimische Familie sich aufgemacht hatte das okulte Wissen ihrer Kultur zu sammeln und in den Diskurs der „nachhaltigen Entwicklung“ einzubringen, interessierte mich. „Mein Vater war ein kluger Kopf und schaffte es so an die Uni und studierte technische Landwirtschaft“, erklärte Arcadio. „Und das gerade zu Zeiten der ‚grünen Revolution‘, als die Chemie und Gentechnik massiv Einzug in die Sparte hielt. Diese neuen Techniken wendete er dann auf unseren Flächen an. Als mein Vater eines Tages feststellte, dass mein Opa besser sah als er und ihm obendrein die Haare auszufallen begannen, machte er eine 180°-Wende und sah ein, dass er sich geirrt hatte und wollte sich stattdessen mit den alten Techniken seiner Vorfahren auseinandersetzen. Dabei handelt es sich um ein komplettes Lebenssystem, in dem auch Musik und eine innere Verbindung zu den Elementen nicht wegzudenken sind.“ Wir gehen in das Haupthaus, in dem Arcadio uns die selbstgemachten Öle schnuppern lässt. Er selbst war nie an der Uni. Er sagt, im Projekt lernt er jeden Tag etwas Neues dazu und forscht mitten im Leben.

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Hace aproximadamente una semana tuvo lugar un reencuentro con los chicos de la Huerta Circular. Mientras que mi viaje me llevaba al Valle Sagrado de los Incas, Perú, también arrancaron Carmen y Gastón a un viaje de inspiración y intercambio de semillas por el campo peruano. Así nuestros viajes nos llevaron no solo al mismo lugar sino también a proyectos tematicamente parecidos.   °   Y de repente una mañana, obviamente consolidadxs, estuvimos sentadxs juntxs en un minibus en Pisaq para ir a un proyecto prometedor, ubicado solo quince minutos hacia la montaña. Lxs dos contaron como las previas experiencias del viaje les habían reafirmado en su propia misión de crear un proyecto modelo agrícola en conección con la sociedad. A pesar de haber pasado otra vez más que dos meses desde mi partida de la Huerta yo también pude compartir muchas nuevas experiencias.   °   Por esas circunstancias casi nos perdimos las letras en una hermosa casa de adobe. Kausay Punku – „La puerta a la vida“ en Quechua. Al instante indicamos al chofer que pare acá y nos bajamos a un panorama de montaña impresionante. Al borde de la población Masca la familia Ccapa había surrectado en su terreno un proyecto holístico que se dedicaba a las soluciones de un desarrollo sustentable que brinda la cultura andina. Que justo en este valle persistían todavía muchos saberes y costumbres de una vida alineada con el buen vivir de tiempos precolombinas teníamos claros por experiencias previas. Pero más que 500 años de estructuras coloniales degradaron estos tesoros como algo del pasado, como prácticas atrasadas desde el pensamiento desarrollista. „A la gente hasta hoy día les da vergüenza tener un apellido originario o decir que viene del campo y no de la ciudad.“, me había informado Walter, experta en agircultura peruano muy reflexionado en un encuentro en Cusco. Por eso en la mayoría de los casos son extranjerxs que se dedican al redescubrimiento de conocimientos indígenas. De todas maneras acá en el Kausay encontramos un concepto maravilloso de revalorización por locales, que intentaba interconectar estos saberes con soluciones modernas como la colaboración con voluntarios y ideas de la permacultura.   °   Nos recibió Arcadio y después de un rato de conversación nos dio una visita guiada amplia por la parte central del complejo. Desde el almacén de semillas y el destilador para aceites esenciales que anda a leña seguimos pasando la llama que relajadamente masticaba maíz al lado de una parcela cultivada de manera especial y llegamos a las cabañas de voluntarios y finalmente al pirámide espiritual multifuncional para temascales o simplemente conectarse con la Pachamama. Todas las construcciones fueron hechas de materiales naturales del ambiente cercano y además con mucha creatividad. Mientras el recorrido llegamos a hablar del fondo y los objetivos del proyecto. Pero claro, sobre todo me interesó por qué justo acá una familia nativa decidió buscar y compartir los saberes locales en el marco de la discusión del „desarrollo sustentable“. „Mi padre fue un pibe muy inteligente y así logro ir a la universidad para hacerse técnico en agricultura“, relata Arcadio en respuesta. „Y eso justo en tiempos de la „revolución verde“, cuando la química y los transgénico entraban fuertemente al sector. Aplicó entonces esas nuevas technologías a nuestros campos. Cuando un día se dió cuenta que mi abuelo veía mejor que él y que además le estaba cayendo el cabello, dió una vuelta completa y adimitió que se había confundido. A partir de ahí se quería dedicar a las técnicas ancestrales de producción que aplicaba su padre y los antecedentes. Estos incluyen imprescendiblemente una forma de vida holistica en la que hasta música y una conección con los elementos no pueden faltar.“ Caminamos a la casa principal, en el que Arcadio nos deja oler sus aceites caseras. Él nunca estuvo en la Universidad. Dice que en el proyecto aprende algo nuevo todos los días y tiene la posibilidad de investigar en las cuestiones centrales de la vida.

Ein Ort geballten Wissens | Un lugar de conocimiento concentrado

Status: Hola desde Oruro, Bolivia…

Chakana Uta

Ich in der Chakana Uta.

In den vergangenen Tagen habe ich mich komplett dem Literatur-Studium andiner Kulturen hingegeben. Die Gelegenheit dazu kam auf, da ich Siku Mamani traf. Der Mann dessen Wurzeln in der Kultur der Aymara stecken, hat sich der Wiederbelebung und der Verbreitung seiner noch lebendigen allerdings immer mehr durch den Konsumismus verdrängten Kultur verschrieben. °  Neben seiner Hauptaktivität, dem zelebrieren typischer andiner Musik, hat er eine beachtenswerte Bibliothek mit diversem Material zu indigenen Völkern Lateinamerikas und speziell der Andenregion aufgebaut. °  Die Bibliothek befindet sich im alten Haus seines Großvaters in einer Gemeinde auf einer Insel im Titicacasee. Das schön hergerichtete Haus mit dem Namen „Chakana Uta“* ist ein ruhiger Ort, der sich hervorragend eignet sich mit den entsprechenden Themenkomplexen auseinanderzusetzen oder einfach Gedanken zu sammeln. Siku bietet en Aufenthalt dort gerne Interessierten an, denen er begenet. Schließlich blieb ich also ein paar Tage und versank geradezu in einem Berg interessanter Bücher und Zeitschriften.  °  Da in ein paar Tagen die Wintersonnenwende der Südhalbkugel ansteht, möchte ich im Folgenden in gekürzter Form einen Artikel über das Geschehen zitieren, den ich bei meinen Recherchen gefunden habe. Er ist in einer Ausgabe der Zeitschrift „Chakana“ erschienen, die ebenfalls ein Projekt von Siku ist.

CHAKANA Juni 2009 | Neujahr in den Anden und dem Amazonasgebiet: Keimzelle einer nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raumes  °  Die Festlichkeiten zum Jahresübergang in den Anden (Machaq Mara [= „Neues Jahr“ auf Aymara, A. d. Verf.] werden in der andinen und amazonischen Welt von Jahr zu Jahr populärer. Schade dabei ist, dass die Medien den Event wie etwas altertümliches darstellen und turistisch anpreisen, als ob dieser Brauch etwas wäre das alleinig der turistischen Vermarktung diene. Leider wird dabei selten bis gar nichts über die tatsächliche Relevanz dieses Geschehens vermittelt. […] Die Intention der Organisatoren ist es, der Bevölkerung seinen wahren Sinn zu vermitteln, der in Reflexion und dem Versprechen gegenüber der PachaMama und dem IntiTata [„Mama Erde“ und „Papa Sonne“ auf Aymara, A. d. Verf.] besteht und damit eine symbolische Ehrerbietung und Zusage ist, auf die bestmögliche Art und Weise eine harmonische Existenz zwischen Männern und Frauen und der Natur zu gewährleisten. […] Die Zelebration des neuen Jahres bedeutet für die andine und amazonische Welt nicht, teil eines Banketts zu sein, bei dem nach Brauchtum der westlichen Welt in Anwesenheit von Freunden und Familie Pute, Schokolade und süßes Brot verspeist werden. Für uns bedeutet es stattdessen uns unter aufmerksamem Blick des TataInti an den Tisch unserer PachaMama zu setzen, wo alle Männer und Frauen, die in der Obhut von Mutter Erde leben und aufwachsen, ihr Versprechen erneuern, die Ökosysteme zu hüten, in deren Mitte sie dank der Großartigkeit von PachaMama leben dürfen. Zu den Riten des Andinen Neujahrs gehört, neben anderen Elementen, sich mit den Seelen unserer Vorfahren und der Natur zu verbinden. In seiner Gesamtheit ist das Ritual eine Form der Erneuerung der produktiven Zyklen und ein neues sich-Verschreiben gegenüber der Erde und der natürlichen Mitwelt in seinem spirituellen, materiellen und kulturellen Sein. Auf diese Weise werden die Wasser der Meere, Flüsse, Seen und Quellen gereinigt und gesegnet und die natürlichen Ressourcen im Gleichgewicht gehalten, damit sie weiter die heutigen und zukünftigen Generationen ernähren. […] Die gehäuften Ernteerzeugnisse in den „Sixis“ o „Pirwas“ [Element im Brauchtum, in dem die Ernte aufgeteilt wird, A. d. Verf.] stellen dabei allerdings reale Nahrungsvorräte dar, die das Überleben der Familien und Gemeinschaften gewährleisten. […] Leider verlieren sich diese Elemente allmählich mit der Zeit […] aufgrund der erlittenen kopflosen Zerstörung und den Raub durch die Kolonisierung und die „Moderne“. Abschließend lässt sich sagen, dass die Werte- und Glaubenssysteme, die während des andinen Neujahrs praktiziert werden nicht als als Koreografien für einen florierenden Tourismus oder als altertümliches Erbe betrachtet werden können, sondern dazu beitragen die aktuellen Entwicklungsziele zu erreichen indem sie in den Völkern, die die Tradition teilen, Hunger reduzieren, Armut bekämpfen und eine wirkliche nachhaltige Entwicklung einleiten. Das bedeutet darüber hinaus, dass die Bekämpfung von Hunger und extremer Armut eine Aufgabe ist, in der die indigenen Völker mit Wissen und Praktiken zum Erhalt der natürlichen Systeme und einer eigenen traditionellen Vision einer nachhaltigen Entwicklung eine Protagonistenrolle spielen können.

*=Haus Chakana. Die Chakana ist ein oft verwendetes Symbol der andinen Kulturen. Das Kreuz gestufte Kreuz vereint in seinen vier Seiten mehrere Konzepte des Lebens in den Anden.

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Los días pasados me quedé en pleno estudio de literatura sobre culturas andinas. La oportunidad surgió del encuentro con Siku Mamani, un hombre aymara que se comprometió a recuperar y compartir la cultura aymara, que sigue una cultura viva pero lentamente esta siendo desplazado por el consumismo. Aparte de su actividad central de tocar música típica, ha creado una biblioteca amplia con materiales diversos acerca de los pueblos originarios de America Latina y sobre todo la región de los Andes. °  La biblioteca esta ubicada en la antigua casa de su abuelo en una comunidad en una isla del lago Titicaca. La casita hermosa con el nombre „Chakana Uta“* es un lugar tranquilo y ideal para estudiar o meditar. Siku ofrece la estadía a interesadxs que cruzan su camino. Al final me quedé sumergido en un montón de libros y revistas muy interesantes. °  Cómo en un par de días va a tener lugar el solsticio de invierno del hemisferio sur, aquí les presento en forma reducida un articulo sobre él que encontré. Salió en la revista „Chakana“ la cual que también fue iniciada por Siku.

CHAKANA Junio 2009 | Año Nuevo Andino Amazónico: Fuente de Sustentabilidad de Desarrollo Rural   °  La celebración del „Año Nuevo Andino (Machaq Mara) año a año va tomando mayor fuerza en el mundo andino y amazónico […] Lo malo es que los [medios lo] pintan como algo folklórico y [lo hacen] atractivo turisticamente como si este acontecimiento estuviera en venta o el fin fuera eso. Lamentablemente, poco o nada se aprecia o se difunde sobre el verdadero significado de este acontecimiento. [… Los] organizadores se han esforzado a que la población tome consciencia de su verdadero sentido de reflexión y compromiso con la PachaMama y el IntiTata como símbolo de reverencia y convivencia armónica de la mejor manera posible entre los hombres y mujeres y la naturaleza. […] La celebración del nuevo año para el mundo andino y amazónico no significa sentarnos en una mesa con familiares y amigos para ser parte de un banquete con pavo, chocolate y panetón como lo es en el año nuevo del sistema occidental; sino, esto significa sentarnos en la mesa de nuestra PachaMama bajo la atenta mirada del IntiTata, donde todos los hombres y todas las mujeres que se hacen criar con la PachaMama renuevan su compromiso de continuar criando a los ecosistemas que conviven gracias a la benevolencia de la PachaMama. El imaginario ritualizado del Año nuevo andino implica entre otras cosas, conectarnos con los espíritus de nuestros ancestros y con la naturaleza […]. En suma esta acción es una forma de renovación de los ciclos productivos y el comienzo de un nuevo compromiso con la tierra y el entorno ambiental, no sólo espiritual sino también material y cultural que purifica y bendice las aguas de mares. De los ríos, lagos y vertientes y hace que los recursos naturales sigan su curso para continuar alimentando a las actuales y futuras generaciones. […] Productos recogidas en los „Sixis“ o „Pirwas“ [Paso de los rituales de dividir alimentos cosechados] se constituyen verdaderos bancos de alimentos para garantizar la sobrevivencia de las familias y las comunidades […] Lamentablemente estos hechos se van perdiendo paulatinamente en el tiempo, […] por la bruta destruccion sufrida y saqueos por la colonia y la „modernidad“. En fin los sistemas de valores y creencias […] practicadas en el año nuevo andino no pueden ser considerados como mecanismos de fomento de turismo o meramente folclóricos sino contribuir a cumplir los Objetivos del Desarrolo del Milenio para reducir el hambre y abatir la pobreza y con ello impulsar el verdadero desarrollo sustentable de los pueblos de la tradición. En suma, la erradicación de la pobreza extrema y el hambre es una tarea en la que todos los pueblos indígenas pueden jugar un papel protagónico en la ordenación del medio ambiente y de garantizar el desarrollo sustentable debido a sus conocimientos y practicas tradicionales.

*=Casa Chakana. La Chakana es un símbolo frecuentemente usado en las culturas andinas. Es una cruz escalonada cuyas cuatro puntas representan varios conceptos de la vida andina.

Landwirtschaft für die Menschen | Agricultura para la gente

Video

Status: Hola desde Río Hurtado, Chile…

Meine erste Station in Chile war die Huerta Circular, der “runde Gemüsegarten”. Ein schönes Projekt in der Entstehungs- und Entwicklungsphase. In der wunderschönen Umgebung der Quebrada Escobares zwischen Valparaiso und Santiago säen, pflanzen, planen und leben Gastón, Carmen und Heinz eine Utopie. Es ist ein Projekt, das klar macht: “Bauer” sein, ist weder von gestern, noch etwas für ungebildete Menschen. Die Landwirtschaft steht heute großen Herausforderungen gegenüber: Wie den niedrigen Weltmarktpreisen für Lebensmittel standhalten? Wie rentalbel bleiben ohne den Einsatz von Ackergiften? Wie umgehen mit Klimawandel und der angekündigten Aufnutzung der Nährstoffe Phosphor und Kalium noch innerhalb dieses Jahrhunderts? Bewusst, mit Kreativität und Mut zu Neuem umgesetzt, ist sie demnach eine Möglichkeit die großen Probleme unserer Zeit anzugehen. Gastón spricht sogar von einem revolutionären Akt! Denn über diese technischen Themen hinaus kann Landwirtschaft menschliche Beziehungen verändern. Zunächst einmal funktioniert eine ökologische Landwirtschaft ohne Input aus dem industriellen Gesellschaftssystem. Sie ist autark, autonom und benötigt lediglich Input durch natürliche Systeme. In diesem Kontext verändert sie die Beziehung der Landwirtschaftenden zur Erde und dem Kosmos. Darüber hinaus aber kann sie aber auch das Leben jedes anderen Menschen beeinflussen, denn jede*r von uns braucht Lebensmittel und damit die Landwirtschaft. Mit dem System der solidarischen Landwirtschaft* möchte die Huerta Circular Stadtmenschen in den Prozess der Landwirtschaft einbinden und für die Basis des Lebens, die Ernährung sensibilisieren. Noch sind sie nicht soweit, doch der Prozess ist im Gange. Über Freunde und Freundesfreunde erweitert sich der Kreis der an ihrem Gemüse Interessierten jede Woche. Im Zuge meines Aufenthaltes habe ich ein kleines Video aus meinem Filmmaterial zusammengeschnitten, was zur Verbreitung ihrer Idee beitragen soll.

[Zum Video nach unten scrollen, Untertitel unten rechts im Video (CC) aktivierbar]

*Solidarische Landwirtschaft bezeichnet eine Ausrichtung der Lebensmittelproduktion auf eine engere Beziehung von Erzeuger*innen und Kund*innen, nach der die Kund*innen einen Beitrag im voraus zahlen (Als Betriebsmittel) und dafür einen Anteil der Ernte der Landwirt*innen erhalten. Gute Ernte – viel Gemüse, schlechte Ernte – wenig Gemüse. Das Risiko wird gemeinsam getragen. So wird die Landwirtschaft zu einer gemeinsamen Unternehmung von Menschen, die sich Lebensmittel guter Qualität wünschen und jenen, die sie produzieren.

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Mi primer estación en Chile fue la Huerta Circular. Un proyecto inspirador que todavía se encuentra en fase de onstrucción. In el entorno hermoso de la Quebrada Escobares entre Valparaíso y Santiago siembran, plantan, planifican y viven Gastón, Carmen y Heinz una utopía. Es un proyecto que aclariza: Ser campesino no es un modelo de vida del pasado ni uno exclusivamente para gente no educada. La agricultura, hoy día, encara grandes desafíos: ¿Cómo sobrevivir con precios bajísimos para alimentos, resultado del mercado global? ¿Como trabajar de manera rentable sin el uso de agroquímicos? ¿Cómo reaccionar frente al cambio climático y el acabar de nutrientes esenciales como el fósforo o el potasio, que sucederá en algun momento del siglo? Aplicada conscientemente, con creatividad y coraje a emprender algo nuevo, presenta una opción para atacar los grandes problemas ecosociales contemporaneos. Gastón, más alla, la considera un acto revolucionario! En primer lugar, la agricultura orgánica a escala chica funciona sin materia prima del sistema industrial. Es independiente, autónoma solo necesita lo que brindan los sistemas naturales. Por esa cualidad influencia la relación entre agricultor*a con la tierra y el cosmos. Más aún tiene la potencia de transformar la vida de cada ser humano, porque todxs necesitamos alimento y por eso la agricultura. A través del sistema de la agricultura solidaria* la Huerta quiere involucrar gente de la ciudad para contribuir a una sensibilisación acerca de la base de la vida – la alimentación. No llegaron a eso todavía, pero el proceso esta en marcha. A través de conecciónes por amigos y sus amigos el circuló de interesados y socios se amplifica cada semana. En el marco de mi estadía producí un pequeño video del material que grabé ahi para la difusión de la iniciativa.

*Agricultura solidaria es un concepto de producción de alimentos orientado en un lazo más íntimo entre productorxs y clientes en cual que lxs clientes hacen su colaboración anterior (como financiacion para los gastos necesarios) y en cambio después recibe una parte de la cosecha de lxs productorxs. Buena cosecha = mucha verdura, mala cosecha = poca verdura. El riesgo se banca en conjunto. Así la agricultura se transforma más en un proyecto en común de personas que desean alimentos de buena calidad y personas que los producen.

Agricultura para la gente – La Huerta Circular from Caminopacha on Vimeo.

Themenabend in Valparaiso | Noche Temática en Valparaíso

Valparaíso. Eine inspiriende Stadt, die sich bunt und voller Leben organisch über die hügelige Bucht erstreckt. In dieser Kulisse befindet sich das Hostel Licanantay, in dem ich für ein paar Tage unterkam und das plötzlich Raum für mein erstes thematisches Event im Rahmen meiner Reise fand. Ich wollte für die vergangene Station meiner Reise ein kleines Video zusammenschneiden, damit sich die wunderbare Idee von dort im Internet verbreitet. Die Huerta Circular, ein Projekt ökologischer Landwirtschaft, das neben der Produktion auch an der Verbreitung einer stärkeren Wertschätzung von Nahrungsmitteln und Verbindung der Menschen zur Erde interessiert ist*.

Interessiert an meiner Arbeit und der des Projektes, ermunterten mich die Bewohner*innen des Hostels dazu, am Ende meines Aufenthaltes das fertige Video zu zeigen. Da sich die Huerta Circular kaum eine halbe Stunde entfernt befand, entstand die Idee, im gleichen Rahmen auch die Menschen vom Projekt einzuladen, um über ihre Erfahrungen und von ihrer Motivation zu berichten. Dazu noch ein gemeinsames veganes Essen. Ruckzuck stand also ein Kleinevent für Sonntagabend. Es herrschte eine schöne und inspiriernde Stimmung und die “internationalen Gäste”, Staff und Bewohner*innen des Hostels brachten eigene Blickpunkte und Erfahrungen zu ökologischen und landwirtschaftlichen Themen aus ihren jeweiligen Ländern mit, sodass sich rege Diskussionen entfachten.

Ich habe Lust bekommen, diese Form von Aktivität auf meiner Reise weiterzuführen – es gibt so viele wunderbare Inspirationsgeschichten, die ich gerne übers Internet in Videoform aber auch regional live teilen würde.

*Das Video zum Projekt kannst du natürlich auch in Kürze hier finden!

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Valparaíso. Una ciudad llena de colores y vida que se expande orgánicamente sobre toda la bahía de colinas. En este ambiente se encuentra el Hostal Licanantay, en el que me quedé un par de días y que de repente brindó lugar para el primer evento tématico en el marco de mi viaje. Quería producir un video corto para la difusión de las temas del hermoso lugar que acababa de visitar. La Huerta Circular, un proyecto de agricultura órganica que aparte de la producción también está tratando de darle más valoración a los alimentos y de fomentar la relación entre el ser humano y la tierra.*

Interesadxs en mi trabajo y el proyecto de la huerta, lxs habitantes del hostal me animaron a mostrar el video terminado al final de mi estadía. Como la huerta esta ubicada a menos de apenas media hora de Valparaíso, surgió la idea de en el mismo marco también invitar a lx horticultorxs para que comparten en persona sus experiencias y sus motivaciones después de la muestra del video. Agregamos una comida vegana compartida y listo. Ya estaba programado el evento chico para la noche del domingo. Hubo una onda muy bonita y inspiradora y el “público intercaional”, personal y viajerxs del hostel brindaron propios puntos de vista y experiencias acerca de temáticas ecologicas y agrícolas. Por eso surigieron conversaciones diversas.

Me dio muchas ganas de seguir en esa forma de actividad en mi viaje – hay tantos cuentos inspiradores para compartir y tanta gente interesada. Me gustaría compartir en forma de video por el internet pero tambien regional y en vivo crear un espacio para esas iniciativas o tematicas.

*Por supuesto vas a poder encontrar el video ya acá también

Huerta Circular @ Licanantay

Der Aushang auf der Straße

Der Aushang auf der Straße

El informe en la calle

Die Gruppe beim diskutieren

Die Gruppe beim diskutieren

El grupo en discusión

Inspiration

Inspiration

Inspiracion

Gaston und Carmen teilen Erfahrungen vom Projekt einer Solidarischen Landwirtschaft

Gaston und Carmen teilen Erfahrungen vom Projekt einer Solidarischen Landwirtschaft

Gaston y Carmen comparten experiencias de su proyecto de agricultura solidaria

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Der Fluss, unser Zuhause | El río, nuestra casa

Mit dem Boot erreichen wir den Steg am Río Carapachay, einem der Hauptadern des Deltas von Tigre. Das Geflecht aus Flüssen und Kanälen, aus dem später der Río de la Plata entsteht, sorgt dafür, dass die “Insulaner” lediglich per Boot mobil sind. Martín und Vívi steigen vor mir aus dem schwankenden Gefährt und heißen mich willkommen auf “ihrer Insel”. Die zwei, etwa Mitte sechzig und quietschlebendig, wohnen seit über 40 Jahren dort. Es ist ein verwunschener Ort, mitten in dichtem Grün. In den 4 Tagen, die ich bei ihnen verbringe, tauche ich in ihre Lebensgeschichte ein. Dabei habe ich immer mehr den Eindruck mich in einem Roman zu vertiefen, der vom Schicksal und der Bestimmung spricht und für seine Protagonist*innen immer wieder neue Aufgaben bereit hält. Vom frühen Tod von Vivís erstem Ehemann, der Geburt einer behinderten Tochter, der Unterdrückung zu Zeiten der Militärdiktatur, über die aus der neoliberalen Politik der 90er hervorgegangenen Wirtschaftskrise, in der sie in ihrem Land das erste Mal Menschen aus Mülltonnen essen sahen, von der immer schlimmer werdenden Verseuchung der Flüsse bis heute und den sinnlosen Großbauprojekten, die mit der Zerstörung natürlicher Auffangsysteme für extreme Überschwemmungen sorgen. Alles erfuhren sie am eigenen Leib. Vor allem die Verschmutzung: Im gleichen Jahr erkrankten beide an Krebs. Doch wie all die anderen Schwierigkeiten, schafften sie es auch die Tumore zu überwinden. Ich fühle die Bedeutung, die dieser Rückzugsort, ihr Haus auf der Insel für sie in diesem Kontext gehabt hat. Die Naturverbindung, die Verwurzelung in der Region, die liebevolle Partnerschaft, die man ihnen anmerkt, die Werkelecken, die ihnen die Möglichkeit geben sich künstlerisch auszudrücken, die Ruhe, die einkehrt, wenn man nicht ständig Teil einer Masse ist. Heute mehr denn je stehen die zwei für die Verteidigung des Deltas gegen die Immobilienhaie und die Wasserverschmtzung. Einen Nachmittag nimmt mich Martín mit nach draußen ans Ende des Deltas, dort wo der größte Süßwasserfluss der Erde beginnt. Wir genießen die Stille auf dem Wasser, den leichten Wind, den Ausblick auf den Horizont, während uns die späte Nachmittagssonne den Rücken wärmt. Wie in einem Roman. Wie man dies hier nicht mit aller Macht verteidigen könne, fragt er mich. Ich verstehe.

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En bote llegamos al muelle en el río Carapachay. Este río forma una vía principal del delta de Tigre.La cantidad de ríos y canales que más adelante crea al Río de la Plata solo lxs permite a lxs isleñxs la móvilidad a través de botes y lanchas. Martín y Viví se bajan antes que yo y me dicen bienvenido a „su isla“. Lxs dos, señorxs a mitad de los sesenta y bien animadxs, viven ahí hace más que cuarenta años. Es un lugar encantado en medio del monte verde. En los cuatro días que paso con ellxs me pierdo en sus historias de vida. Más y más me da la impresión que me estoy enfrascando en una novela sobre el destino que a sus protagonistas siempre da algun obstaculo para superar. De la muerte temprana del primer marido de Viví, el nacimiento de una hija con discapacidad y todo lo que esto conlleva, la represión bajo la dictatura militar, de la política neoliberal de los noventa, en cual por primera vez espectaron paísanos buscando comida de los tachos de basura, de la contaminación de los ríos que hasta el día actual se empeoró constantemente y de los emprendimientos inmobiliarios sin sentido que provocan destrucción de ecosistemas y inundaciones graves en toda la zona. Todo eso lo vivieron en sus propios cuerpos. Sobre todo la contaminación: En el mismo año se enfermaron lxs dos de cáncer. Pero como a los otros obstáculos también lograron superar a los tumores. Experimenté el significado que, en este contexto, ha tenido ese lugar de retiro, su casa en la isla. La conección con la naturaleza, el enraizamiento en la región, el matrimonio armonioso, que uno siente estando con ellxs, los talleres que les permiten expresarse en su arte, la tranquilidad que nace cuando uno no todo el tiempo se encuentra dentro del rumbo de la calle. Hoy más que nunca lxs dos se encuentran al frente de la defensa del delta ante los emprendimientos inmobiliarios y la contaminación de los ríos. Una tarde Martín me lleva hasta el fin del delta, dónde nace el río más ancho de aguas dulces del mundo. Disfrutamos el silencio arriba del agua, el viento suave, la vista hacia el infinito horizonte, mientras el sol bajo de la tardesita nos calienta la espalda. Como en una novela. Cómo uno no puede defender esto ahí con todas sus fuerzas, me pregunta Martín. Yo entiendo.

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Worlds clash at Punta Querandí

“This is a place where these two extremes clash.” Daniel, a guy who grew up nearby, points out to the huge fence that separates the gated community to the right from the peninsula, that by the local activists is called “Punta Querandí”. We are standing at the end of a dirt road, in front of a river, that separates us from the other side.Punta Querandi

His entire life Daniel had come to visit the river shore to enjoy the silence and beauty of the abundant wetlands that characterize the whole region. Before arriving here I had met Daniel coincidently at the beginning of the long straight road, leading here form the bus stop. We both had come to visit the camp at the other side of the river. Since he saw me walking by foot with a big backpack he stopped and picked me up with his motor cycle. On the way he took a few detours to show me the nicest places at the shore. “Coming here nowadays is different though”, Daniel mentions.

Not a decade ago, big machines arrived, cut down the forests, filled up and compressed the mires and elevated the grounds while fences were build around the construction areas. Within few years entire neighborhoods were set up, that now to the surprised observers from the other side of the fence appear like small copies of noble suburbans of Florida. At the same time the publicly accessible space shrunk and natural habitats were thrown over. Private investors had bought the cheap community land and created gated communities for the wealthy. The same old story, the same destiny as the whole region suffers.

As six years ago an information treated with secrecy about the finding of remains of an indigenous cementery in a construction area leaked to a group of committed people, the place began to reject its tragic fate. The group, calling themselves “Movement of Defending the earth” camped out in the last peace of land that had not been dug up yet. Their position was clear: This place, that they started to call “Punta Querandí”, referring to the indigenous community of Querandí people who used to live here, is a sacred place and must not be touched, but rather be maintained as a public spot of collective memory. Due to their commitment of spreading the word and not leaving the space could be conserved until today. And, although they had been taking all the necessary actions and communication with government officials, the status of the property as unmarketable community land is still not acknowledged officially. In the mean time the spot has risen to high popularity as one of the very few places in the metropolitan area of Buenos Aires that reminds of the indigenous peoples that inhabited the region before the genocide by the Conquistadores and that still represent an important part of the actual population. Fostering the recovery of indigenous cultures, it attracts many people in search of giving back the dignity and recover the pride and values of indigenous identity. Every sunday and important date of indigenous culture Punta Querandí invites to cultural events, ceremonies, ancient construction techniques and dialogue.

Considering this, it seems like a bad joke, that there is no public access to the peninsula, since a few years ago the bridge collapsed in a thunderstorm. The other way, that would easily connect the advanced camp and the last three families living on the peninsula to the main road on land was privatized by the gated community financed by a catholic orden. Only persons with special permission after that were allowed to use the road. The peninsula was cut off of civilization! Thanks to the generosity of the municipality, a worn off boat with broken motor was left to the inhabitants, so that they could be in charge of the river crossing.

Daniel and I waited about 15 minutes whistling and shouting until Facu, a boy living at the peninsula appeared to hop onto the boat, and scooted over to our side by pulling a rope tied to both sides of the river. The same awkward way we managed reaching the other side.

At the other side we walked about a hundred meters along the well-guarded fenceline with watchtowers until we reached the little settlement consisting in a wooden hut with colourful paintings relating to indigenous cultures and a sun shelter roofed with local reeds. We were welcomed warmly by sounds of panpipes, mate cups and many smiles. People were painting, building and that way celebrating the resistance. A resistance that at small scale consists in saving this sacred place from being raped by indifferent investors, and at a larger scale in raising conscience and fighting for values, that don’t seem to be worth a penny in today’s market-driven world.

Destruction as result of private benefits

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Hello from Pilar, Province of Buenos Aires.

Yesterday I was lucky to participate in a paddle trip down the river Lujan. It was publically organized by the activists of “Patrimonio Natural”, who I am staying with right now.

They are in a struggle for nature conservation which is incredibly closely related to a struggle for justice: For years private investors have been invited by (corrupt) politicians to destroy and elevate “unused” wetlands of Rio Lujan to create gated communities, which seem like islands for elites. This practice within a few years has led to major floods in the nonelevated, “poor” areas. Since last year not even the responsible politicians can neglect that. But their ways to face the problem is even worsening things: They decided to enlarge the river bed, so that water runs off quicker and the floods cause less damage. Not even considering the ecological damage of the construction works, the effect on the common people will be tremendous. As the water runs off quickly to the ocean there will be none left to add to the ground water reservoirs. This means: In 20 to 30 years the population of the area will depend on imported water supply, which is an additional cost that a lot of people will not be able to pay….

Patrimonio proposes to save and enlargen the wetlands so that water supply, water filtration and flood regulation make possible a dignified life for humans such as other organisms.

Their work is a great example that a good life, “buen vivir”, only is possible if all the natural systems stay alive and keep functioning – and that ecology is a key to justice.